Kaum waren wir in Fuseta angekommen, mussten wir auch schon wieder los. Wir ließen den größten Teil unserer Habseligkeiten in der Unterkunft und spazierten mit leichten Gepäck in Richtung Bahnhof. Kein Wölkchen trübte den klarblauen Himmel, die Station Fuseta – Montcarapacho lag wie gemalt im Morgenlicht.
Schlagwort: Pia (Seite 2 von 4)
„Campeones, Campeones, Campeones SGE“. Leise diese eigentlich unglaublichen Worte murmelnd, laufe ich durch den überschaubaren Flughafen in Faro, Portugal. Hinter uns liegt eine abwechslungsreiche Woche. Eine Woche, in der Eintracht Frankfurt zum zweiten Mal in der Historie den Europacup holen sollte. Wir waren wieder einmal unterwegs – und dies hier ist unsere Geschichte. Eine Geschichte voll Höhen, aber auch Tiefen, die hier nicht verschwiegen werden sollen.
Vielleicht begann alles mit der Buchung eines Hotelzimmers in London, als nach der Auslosung klar war, dass die Eintracht im Halbfinale des Europacups womöglich auf West Ham trifft. Beinahe wäre auch noch ein Flug dazu gekommen, aber dann fiel uns noch rechtzeitig auf, dass wir eventuell ja auch in Lyon spielen könnten. Also ließen wir es. Letztlich kam eh alles ganz anders als geplant. Davon erzählt diese Geschichte.
Dass ich am Morgen nach dem Spiel nicht taufrisch war, liegt auf der Hand, ich brachte zunächst kein Wort raus. Und das Erlebte war wirklich wahr. Pia konnte es bestätigen: FC Barcelona vs Eintracht Frankfurt 2:3. Auswärtssieg. Halbfinale. London.
Und dann war er gekommen, der Tag auf den alle Eintrachtler seit Wochen fixiert waren, der Tag, an dem die Eintracht Geschichte schreiben würde. Das 1:1 im Hinspiel gegen den großen FC Barcelona barg in sich das Versprechen auf eine magische Nacht im Camp Nou.
Immerhin 500 Eintrachtler durften zum Auswärtsspiel der SGE nach Köln, das ist nicht gerade viel, aber wenigstens etwas – und wir hatten Glück und bekamen Tickets, wofür wir uns extra auf den Seiten des 1. FC Köln registrieren mussten, geschenkt. Hauptsache wir sind mal wieder unterwegs. Und das waren wir auch. Am Abend zuvor machte ich noch ein kleine Nachtführung durch unser Stadion.
Bleiwäsche, Padberg, Adorf – so hießen die Ortschaften im Hochsauerlandkreis, die wir spät abends bei Herbstdunkelheit und strömendem Regen durchfuhren. Die Scheibenwischer schwappten schnaufend über die Windschutzscheibe, die Heizung lief leise und die Musik von Ludovico Einaudi tröpfelte aus den Lautsprechern. Während Friedrich Merz hämisch von einigen Wahlplakaten grinste, rollten wir vom Auswärtsspiel der Frankfurter Eintracht in Bielefeld nach Hause. Doch beginnen wir von vorne. Weiterlesen
Etwas überraschend kam sie schon, die Meldung, dass zum Auswärtsspiel der Eintracht in der ersten Pokalrunde bei Waldhof Mannheim 1250 Gästefans zugelassen werden sollten. Als ein paar Tage später die Bestätigung kam und ich nur wenig später tatsächlich ein Ticket in den Händen hielt, konnte ich mir eine Träne nicht verkneifen. Erstmals seit Salzburg im Februar 2020 sollte es wieder auf Reisen gehen. Mit der Eintracht.
Der Blick aus dem Fenster verheißt einen weiteren grauen Tag, natürlich läuft Musik. Es läuft immer Musik. Leider schon lange kein Vinyl mehr, der Plattenspieler wackelt, so ich über den Boden laufe, die Nadel springt. Das war eine der Enttäuschungen, als wir vor bald neun Jahren in die neue Wohnung gezogen sind. Voller Vorfreude hatte ich die die alten Platten einsortiert, den alten Plattenspieler angeschlossen – und dann das. Dann halt digital. Digital wackelt nicht.
Wieder einmal nehmen wir unser Frühstück im Monte Carlo, der ältere Besitzer strahlt, wir tun es ihm gleich. Er ist Anhänger von Braga, von daher wird er uns heute die Daumen drücken. Die Eintracht spielt in Guimaraes, Matchday. Also raus.
Kaum aus Berlin angekommen, hieß es für uns schon wieder: Rucksack packen. Und so marschieren Pia und ich am Montag in aller Herrgottsfrühe in Richtung Straßenbahn. Diesmal heißt unser Reiseziel Porto, die verfallende Schöne im Norden Portugals.
Pia, Steffen und ich hatten Glück, wir konnten jeweils einen der raren Plätze in einem der Busse der Fanabteilung ergattern. Denn letztlich waren es zwei Busse, die uns am Bahnhof bzw Stadion einsammelten – und sich an einem schönen Donnerstag im August gegen 12:00 Uhr Richtung Straßburg aufmachten. High noon. Europacup in diesem Jahr.